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Forenübersicht » Informationen » Informationen zur Pflege (Stand 2016) » Welche Leistungen gibt es in der häuslichen Pflege?

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Welche Leistungen gibt es in der häuslichen Pflege?
Administrator
19 Beiträge
Häusliche Pflege:\r\nSachleistungen und Pflegegeld
Sachleistungen und Pflegegeld sind gemäß den beschriebenen Pflegestufen gestaffelt. Diese Vorgehensweise fängt die Kosten des Pflegeaufwandes in Teilen auf. Die beiden Leistungsgruppen sind fir die häusliche Pflege gedacht, d. h. dass sie von Pflegebedürftigen in Anspruch genommen werden können, die nicht in einem Heim leben, sondern sich zu Hause, im Haus der Pflegeperson oder in einem anderen Privathaushalt betreuen lassen.

Sachleistungen
Unter Sachleistungen ist der Einsatz professioneller Pflegekräfte zu verstehen, deren Aufwendungen direkt mit der Pflegekasse abgerechnet werden. Der Pflegebedürftige erhält die Pflege und somit eine „Sache\" und kein bares Geld.

Professionelle Helfer können auf verschiedene Arten in den Dienst der Pflegekasse treten. Sie können von ambulanten Diensten kommen, mit denen die Pflegekasse zusammenarbeitet, also einen Versorgungsvertrag hat. Sie können aber auch direkt bei der Pflegekasse angestellt sein.\r\nSo gewährleistet die Pflegekasse, dass der Pflegebedürftige qualitativ hochwertige Hilfe bekommt.\r\nIn den Härtefällen der Pflegestufe III zahlt die Pflegekasse bis zu € 1.918,— urn finanzielle Notlagen für die Betroffenen zu vermeiden. Solche Härtefälle richten sich nach dem Pflegeaufwand. Ist dieser außergewöhnlich hoch, also muss z. B. auch nachts mehrfach Hilfe gewährt werden, so kann die Härtefallregelung angewandt werden.

Zitat
Für den Pflegebedürftigen oder sein privates Umfeld bleibt die Aufgabe bestehen, Leistungen und Preise der Anbieter zu vergleichen. Als Basis gilt Folgendes: Die Abrechnung der Sachleistungen erfolgt nach sogenannten Leistungskomplexen, also Leistungseinheiten, für die bestimmte Preise zwischen den Kostenträgern und den Leistungserbringern vereinbart wurden.




Volker P.
Sachleistungen der Pflegestufe I


Seit seinem Unfall benötigt Herr P. nur fur die Körperreinigung und zum Teil bei der Mobilität Hilfe. Diese Dinge kann seine zierliche Frau nicht bewerkstelligen. Alle anderen alltäglichen Verrichtungen regeln die beiden gemeinsam. So haben sie sich zur Unterstützung für einen qualifizierten ambulanten Pflegedienst in den beiden Leistungskomplexen „Ganzwaschung\" und „Mobilisation\" entschieden.
Diese Leistungen vergütet die Pflegekasse dem Pflegedienst direkt mit maximal€ 384,— monatlich, da dies dem Höchstbetrag der Pflegestufe I entspricht.

Pflegegeld
Die zweite Art, sich pflegerisch unterstützei zu lassen, erfolgt privat durch den Pflegebedürftigen selbst. Diese Betreuung durch die Familie, Nachbarn oder Freunde unterstützt die Pflegekasse durch ein monatliches Pflegegeld.

Der Gesetzgeber legt fest, dass mit dem Pflegegeld „dem Umfang entsprechend die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaf liche Versorgung in geeigneter Weise selbst sichergestellt wird\".

Dies bedeutet, dass die Pflege durch Angehörige und Freunde auch finanziell anerkannt wird. Der Pflegebedürftige kann so die Helfer ein wenig belohnen für ihren unermüdlichen Einsatz. Eine Härtefallregelung gibt es beim Pflegegeld nicht.

Zitat

Pflegestufe I:
Leistungen entnehmen sie bitte dem aktuellen posting im Forum
Pflegestufe II:
Leistungen entnehmen sie bitte dem aktuellen posting im Forum
Pflegestufe III:
Leistungen entnehmen sie bitte dem aktuellen posting im Forum



Pflegegeld und Unterhaltsansprüche/ Unterhaltsverpflichtungen
Wird Pflegegeld oder eine vergleichbare Geldleistung an eine Pflegeperson weitergeleitet, bleibt dies bei der Ermittlung von Unterhaltsansprüchen und Unterhaltsverpflichtungen der Pflegeperson in bestimmten Fällen unberücksichtigt. Damit wird z. B. erreicht, dass der Unterhaltsanspruch der geschiedenen Ehefrau gegen den früheren Ehemann nicht gemindert wird, wenn sie für die Pflege des gemeinsamen pflegebedürftigen Kindes Pflegegeld erhält.

Diese Regelung steht nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit den Anspruchsvoraussetzungen, der Höhe und der Zahlungsweise des Pflegegeldes.

Zahlung von Pflegegeld im Sterbemonat
Das Pflegegeld wird bis zum Ende des Kalendermonats gezahlt, in dem der Pflegebedürf tige gestorben ist. Diese Regelung findet allerdings nur dann Anwendung, wenn im Todesmonat mindestens für einen Tag ein Anspruch auf Zahlung von Pflegegeld bestanden hat.

Gertrud M.:
Pflegegeld der Pflegestufe II

Seit ihrem Schlaganfall ist Frau M. körperlich stark behindert. lnsbesondere das Gehen ist ihr sehr beschwerlich. Sie lebt mit ihrem Mann in einer geräumigen Wohnung im Erd geschoss, die sowohl für ihren Gehwagen gut geeignet ist als auch ihr an schönen Tagen einen Ausgang ermöglicht. Familie M hat sich fur das Pflegegeld entschieden, da die Versorgung von Frau M. von ihrem Mani und den Töchtern geleistet werden kann. Mit dem Pflegegeld von € 410,— von der Pflegekasse für die Pflegestufe II kann die Familie M. ihre Rente aufstocken und ohne Einschränkungen in ihrer Wohnung bleiben.

Professionelle Hilfe bei Pflegegeld
Um die Qualität der häuslichen Pflege sicherzustellen und urn die pflegenden Angehörigen zu beraten und zu unterstützen, müssen in regelmaßigen Abständen Einsätze einer Vertragspflegeeinrichtung vereinbart werden. Das Gesetz sieht vor, dass in bestimmten Abständen (Stufe I und II einmal halbjährlich, Stufe III einmal vierteljährlich) Personen, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, einen Beratungseinsatz durch eine Vertrags-Pflegeeinrichtung abrufen müssen Die Kosten trägt die Pflegekasse. Im Gesetz wurde eine Höchstgrenze fir die Vergütung festgelegt.

Hilfe bei eigenem Haushalt im Heim
Auch wenn der Pflegebedürftige nicht in seiner eigenen Wohnung versorgt wird, sondern z. B. im Haushalt der Kinder lebt oder ein Apartment in einem Wohnheim bewohnt, kann er Pflegehilfen erhalten. So wird derjenige, der eine Altenwohnung oder ein solches Apartment bewohnt, demjenigen, der zu Hause wohnt, gleichgestellt. Ob der Pflegebedürftige seine Haushaltsführungeigenverantwortlich regeln kann, ist hierbei nicht von Belang.
Lediglich bei vollstationärer Pflege in einer Vertragseinrichtung sind die Bewohner konsequenterweise von den Leistungen der häuslichen Pflege ausgenommen. Sie haben in diesem Fall Anspruch auf Leistungen der vollstationären Pflege.

Kombination aus Pflegegeld und Pflegesachleistung
Ob der Pflegebedürftige nun Sachleistungen oder Pflegegeld beziehen möchte, bleibt ihm selbst überlassen. Der Bedürftige und rein privates Umfeld werden nach reiflicher Uberlegung die Leistungen auswählen, die zur individuellen Situation des Betroffenen am besten passen.

Doch die Wahlfreiheit geht sogar noch einen Schritt welter: Man kann die beiden Leistungsarten auch kombinieren. Diese dritte Möglichkeit -die Kombinationsleistung- bietet sich vor allem in solchen Fällen an, in denen die Betroffenen grundsätzlich die Pflege durch ihre Angehörigen organisiert haben, aber nicht die gesamte Pflege leisten können. Es kann ein Teil der zustehenden Pflegeeinsätze abgerufen und die Restleistung als anteiliges Pflegegeld ausgezahlt werden.

Herr S.: Kombination aus Pflegegeld und Sachleistung der Pflegestufe III
Für Herrn S. ist die Versorgung in der Mobilität lebensnotwendig. Sein Sohn betreut ihn in alien Bereichen des Lebens, so gut er kann. Er ist jedoch beruflich stark eingespannt und kann nachts und tagsüber die Versorgung nicht lückenlos gewährleisten. Abends und am Wochenende verbringt er jedoch fast jede freie Minute mit seinem Vater, sodass dieser ihm seinen aufopfernden Einsatz mit dem Pflegegeld anerkennen will. Für die restliche Zeit wird ein ambulanter Pflegedienst beauftragt, der über Sachleistungen vergütet wird. Es ergeben sich:

Zitat

Sachleistungen


Leistungen entnehmen sie bitte dem aktuellen posting im Forum



Zeitraum der Festlegung

Das Verhältnis von Pflegegeld und Sachleistung muss der Pflegebedürftige für sechs Monate festlegen. Manchmal ändert sich jedoch die Pflegesituation so schnell, dass ein wesentlich anderer Bedarf entsteht. Dann wird natürlich auch die Entscheidung für eine bestimmte Kombinationslösung hinfällig. Eine Anderung ist auch moglich, wenn nur noch eine der beiden Pflegehilfen bezogen werden soil.
In Einzelfällen ist jedoch der Anteil der Sachleistungen und der eigenen Pflegekapazitäten noch nicht im Vorfeld festzulegen. Dann ermöglicht ein Antrag, sich das anteilige Pflegegeld auch nachträglich auszahlen zu lassen, in jenem Umfang wie es von dem Sachleistungsanteil nicht aufgebraucht worden ist.

Hilfen für Pllegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz und erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf

Zusätzliche finanzielle Hilfe für qualitätsgesicherte Betreuungsleistungen in Höhe von €100 im Monat (bei erhöhtem Bedarf €200 im Monat) können Pflegebedürftige mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen in Anspruch nehmen, wenn sie mindestens die Voraussetzungen für die Pflegestufe 0 erfüllen und neben dem Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung einen erheblichen Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung dauerhaft -für mindestens 6 Monate- haben.

Wird die zusätzliche Betreuungsleistung beantragt, prüft der Medizinische Dienst de Krankenversicherung (MDK), ob die Einschränkung der Alltagskompetenz auf Daue erheblich ist. Für die Bewertung, ob die Einschränkung der Alltagskompetenz auf Dauer erheblich ist, sind die folgenden im Gesetz genannten Schädigungen und Fähigkeitsstörungen maßgebend:

Zitat
1. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz);

2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen;

3. unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen;

4. tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation;

5. im situativen Kontext inadäquates Verhalten;

6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen;

7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung;

8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben;

9. Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus;

10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren;

11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen;

12. ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten;

13. zeitlich uberwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.



SteIlt der Gutachter bei dem Pflegebedürftigen wenigstens in zwei Bereichen, davon mindestens einmal aus einem der Bereiche 1 bis 9, dauerhafte und regelmäßige Schädigungen oder Fähigkeitsstörungen fest, ist die Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt.

Neben den Leistungen der ambulanten und teilstationären Pflege können die qualitätsgesicherten Betreuungsleistungen bis zu € 460,— im Kalenderjahr in Einrichtungen

der Tages- oder Nachtpflege,\r\n\r\nder Kurzzeitpflege sowie

von zugelassenen Pflegediensten, sofern es sich urn besondere Angebote der allgemeinen Anleitung und Betreuung und nicht um Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung handelt, oder

für nach Landesrecht anerkannten niedrig schwelligen Betreuungsangebote, die nad § 45c SGB XI gefördert oder förderungsfähig sind, erstattet werden.


Zu den erstattungsfähigenAufwendungen bei inanspruchnameder Tages- oder Nachtpflege, bzw. der Kurzzeitpflege zählen auch die vom Pflegebedürftigen zu tragenden Ent gelte für Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten.

Wird der Betrag von € 460,— in einem Kalenderjahr nicht ausgeschöpft, kann der nicht verbrauchte Betrag in das Folgejahr übertragen werden. Pflegebedürftige, die erst im Laufe eines Kalenderjahres die Leistungsvoraussetzungen erfüllen, erhalten den Betrag von € 460,— anteilig. Versicherte, die nach beamtenrechtlichen Vorschriften Anspruch auf Beihilfe oder Heilfürsorge haben, erhalten die jeweils zustehenden Leistungen zur Hälfte.


Der zusatzliche Betreuungsbetrag darf bei der Gewährung von Hilfe zur Pflege durch andere Sozialleistungsträger (z.B. Sozialamt) nicht angerechnet werden.\r\nAls weitere Entlastung der Pflegepersonen können Pflegebedürftige mit erheblichem Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, den professionellen Pflegeeinsatz durch eine Vertragspflegeeinrichtung in der Stufe I und II zweimal halbjährlich und in der Stufe III zweimal vierteljährlich zu Lasten der Pflegekasse in Anspruch nehmen.\r\nDer beauftragte Pflegedienst soll bei dem Beratungsbesuch Pflegekräfte einsetzen, die ein spezifisches Wissen zu dem Krankheitsund Behinderungsbild sowie des sich daraus ergebenden Hilfebedarfs des Pflegebedürftigen mitbringen und Ober besondere Beratungskompetenz verfügen. Zudem soll bei der Planung für die Beratungsbesuche weitestgehend sichergestellt werden, dass der Beratungsbesuch bei einem Pflegebedürftigen möglichst auf Dauer von derselben Pfleqekraft durchgeführt wird.


Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von Admin am 16.04.2015 - 19:00.
Beitrag vom 16.08.2008 - 17:32
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