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Forenübersicht » Informationen » Informationen zur Pflege (Stand 2016) » Wie wird für die Pflegeperson gesorgt?

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Wie wird für die Pflegeperson gesorgt?
Administrator
19 Beiträge
Renten und Unfallversicherung
Das Pflegegeld soil vorrangig die Pflegebereitschaft der privaten Pflegepersonen unterstützen. Es ermöglicht also den Pflegebedürftigen, die Einsatzbereitschaft ihrer Pflegepersonen finanziell anzuerkennen. Damit sollen die Kraft und die Mühe honoriert werden, die Angehörige und Freunde einbringen.\r\nDoch die privaten Helfer setzen auch ihre Zeit zur Pflege ein, Zeit, in der sie nicht oder nur eingeschränkt berufstätig sein können. In dieser Zeit der Pflegetätigkeit werden die „ehrenamtlichen" Pflegepersonen in die gesetzliche Renten- und Unfallversicherung einbezogen. Damit wird ihr Einsatz auf einer weiteren Ebene anerkannt.

"Nicht erwerbsmässige" Pflegepersonen
Nach dem Gesetz sind Pflegepersonen nicht erwerbsmäßig — also ehrenamtlich — tätig, wenn sie „nicht erwerbsmäßig einen Pflegebedürftigen wenigstens 14 Stunden wöchentlich in seiner häuslichen Umgebung pflegen".
Nicht erwerbsmäßig heißt dabei nicht, dass die Person völlig unentgeltlich pflegt. Schlißlich ist ja das Pflegegeld für sie gedacht.
Der Gesetzgeber unterscheidet aber verschiedene Helfergruppen. So dürfen pflegende Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn finanzielle Anerkennung in beliebiger Höhe erhalten. Sonstige Personen gelten regelmäfßg nur dann als nicht erwerbsmäßig,
wenn ihre „Entlohnung" das Pflegegeld des Pflegebedürftigen nicht übersteigt.

Erwerbsmässige Pflegepersonen
Professionelle Pflegekräfte sind keine Pflegepersonen im vorstehenden Sinne, selbst wenn sie neben ihrer Arbeit noch jemanden unentgeltlich pflegen. Des Weiteren gelten Zivildienstleistende and Jugendliche im freiwilligen sozialen Jahr nicht als Pflegepersonen.

Bedingungen für die soziale Absicherung als Pflegeperson
Wenn Pflegepersonen berufstätig sind, muss kw eine Rentenversicherung als Pflegeperson zuallererst gewährleistet sein, dass sie vom zeitlichen Aufwand her eine angemessene Pflege überhaupt leisten können. Nur wenn sie nicht mehr als 30 Stunden in der Woche berufstätig sind, können sie neben der gesetzlichen Unfallversicherung auch in der gesetzlichen Rentenversicherung abgesichert werden. Eine weitere Bedingung besteht im Umfang der geleisteten Pflegehilfe. Sie muss mindestens 14 Stunden in der Woche betragen. Die-se 14 Stunden werden nur für einen Pflegebedürftigen gerechnet. Wenn die Pflegeperson mehrere Menschen betreut, darf der Pflegeaufwand nicht zusammengerechnet werden. Umgekehrt kann sich bei mehreren Pflegepersonen fe- einen Pflegebedürftigen nicht jeder die Gesamtstundenzahl gutschreiben. Sobald aber der Anteil des Einzelnen mindestens 14 Stunden beträgt, wird\r\ndie soziale Absicherung gewährt.

Pflegeaufwand und Rentenbeitrag
Die Rentenversicherungsbeiträge für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen zahlt die Pflegekasse direkt in deren Rentenkasse. Dabei stehen Aufwand und eingezahlter Beitrag in direkter Abhängigkeit zueinander: Der gezahlte Beitrag wächst in Abhängigkeit von der geleisteten Pflege an.\r\nFür die Berechnung des Rentenversicherungsbeitrages wird zum einen die tatsächlich geleistete Pflegezeit herangezogen, aber auch die Pflegestufe der betreuten Person berücksichtigt. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die gleiche Pflegezeit bei höherer Pflegestufe körperlich und seelisch ungleich mehr belastend ist.

Zitat
Dazu ein Kurzer Exkurs für Interessierte:
Zugrunde gelegt wird je nach Pflegeaufwand ein fiktives Pflegegeld als beitragspflichtige Einnahme. Dieses entspricht einem bestimmten Prozentsatz des Durchschnittseinkommens alter rentenversicherten Arbeitnehmer. Dieses Einkommen ist derzeit in Ost- und Westdeutschland noch unterschiedlich hoch. Da mit ist der prozentuale Anteil an der „Bezugsgröße" entsprechend unterschiedlich, und so ergeben sich die Beitragsdifferenzen.



Rentenbeiträge Sabine P.

Sabine P. ist die Frau von Volker P., der seit einem Sportunfall auf den Rollstuhl angewiesen ist und von Sabine P. gepflegt wird; er erfüllt die Voraussetzungen für die Pflegestufe I. Sabine P. kümmert sich im Schnitt zwei Stunden am Tag um die Pflege ihres Mannes, sodass sich eine refine Pflegezeit von 14 Stunden wöchentlich ergibt. Sabine P. ist seit der Erkrankung ihres Mannes nur noch halbtags berufstätig. Das Ehepaar lebt in Köln. Sabine P. erfüllt die Bedingungen für die Renten- und Unfallversicherung. Die Krankenkasse zahlt für sie 2008 einen Rentenbeitrag von monatlich € 131,87.
Die Pflegekasse XY zahlt deshalb die Beiträge von Frau P., weil ihr Mann Mitglied bei der Krankenkasse XY ist. Die Beiträge übernimmt also immer die Pflegekasse des Pflegebedürftigen. Selbst in dem seltenen Fall, dass die Pflegeperson nicht pflegeversichert ist, wird ihr Rentenkonto aufgebessert. Diese Regelung würde im Ubrigen auch greifen, wenn der Pflegebedürftige privat pflegeversichert ware. In diesem Fall müsste die private Pflegekasse die Beiträge übernehmen.

Wäre Frau R nun nicht gesetzlich rentenversichert, sondern würde aufgrund ihrer Berufstätigkeit einem berufsständischen Versorgungswerk angehören, könnten die Beiträge auch dort eingezahlt werden, und ihre Altersversorgung würde so weiter ausgebaut. Urn die Beiträge der Rentenversicherung zu übernehmen, muss die Pflegekasse natürlich Einzelheiten über die Pflegeperson und ihre Pflegetätigkeit erfahren.
Für die erforderlichen Feststellungen hält die Krankenkassen in der Regel einen speziellen Vordruck bereit.

Unfallversicherung der Pflegepersonen
Da bekanntlich die meisten Unfälle im Haushalt passieren, sind auch Pflegepersonen nicht gegen eine Vielzahl von Gefahren gefeit. Sie können beim Fensterputzen von der Leiter stürzen, sich beim Kochen verbrühen oder bei der Körperpflege ausgleiten. Wenn Pflegepersonen den genannten Kriterien als nicht erwerbsmäßiger Pflegepersonen entsprechen, dann sind sie im Falle eines solchen Ereignisses finanziell abgesichert. Wie Arbeitnehmern stehen ihnen dann Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung zu. Und dies geschieht, ohne dass hier Beiträge zu entrichten wären.

Leistungen der Unfallversicherung
Die Pflegeperson erleidet also im Rahmen ihrer Pflegetätigkeit einen „Arbeitsunfall". Dies gilt für Unfälle, die bei einer der Tätigkeiten geschehen, die auf der Liste der alltäglichen Verrichtungen des Pflegebedürftigen zu fin-den rind und die in der Situation dem Pflegebedürftigen zugute kommen.\r\nDann erhält die verunfallte Pflegeperson die notwendigen Leistungen der Unfallversicherung. Selbst im schlimmsten Fall, wenn die verunfallte Person verstirbt, kommt die Unfallversicherung für die Hinterbliebenen auf. Die Angehörigen bekommen Sterbegeld und ggf. Hinterbliebenenrente.

Leistungen der Arbeitslosenversicherung
In der Regel ist die Pflegetätigkeit so umfangreich, dass die Pflegepersonen nicht auch noch als Arbeitnehmer tatig sind. Sie sind demzufolge auch nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert. Wenn sie nach Beendigung der Pflegetätigkeit wieder Arbeit suchen, unterstützt das Arbeitsamt jedoch mit verschiedenen Maßnahmen die Wiedereingliederung ins Berufsleben.

Darüber hinaus besteht seit dem 01.02.06 die Möglichkeit der freiwilligen Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung auf Antrag. Weitere Informationen erhalten die Pflegepersonen unmittelbar bei der Agentur für Arbeit.

Vorsorge durch Pflegekurse
Um auf die Pflegesituationen praxisgerecht vorzubereiten, bieten manche Krankenkassen kostenlose Pflegekurse und individuelle Pflegeberatung und -schulung in der häuslichen Umgebung des Pflegebedürftigen an. Hier können Pflegepersonen Kompetenzen im Umgang mit Belastungen des pflegerischen Alltags erwerben und Hilfen für die Pflegesituation erfahren. So wird umfangreiches Wissen zur Versorgung des Betroffenen vermittelt, aber ebenso auch Information zur Sorge urn das eigene Wohlbefinden angeboten. Denn nur wenn es der Pflegeperson gut geht und sie kompetent ist, kann sie auch für den Pflegebedürftigen angemessen sorgen.\r\nAn den Kursen können nicht nur die direkten Pflegepersonen, sondern auch ehrenamtliche Helfer im weiteren Sinne teilnehmen.

Bis zur Entgegennahme von Leistungen müssen einige Termine beachtet werden, ein Antrag muss gestellt werden, and die Begutachtung des Pflegebedürftigen muss stattfinden.
Beitrag vom 16.08.2008 - 12:08
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 Wie wird für die Pflegeperson gesorgt?
Admin 16.08.2008 - 12:08

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